Der Verzicht auf den Kastenstand bzw. Ferkelschutzkorb stellt viele Sauenhalter vor große Herausforderungen. Besonders befürchtet ist die mögliche hohe Sterblichkeit bei den Ferkeln. Auch Wilhelm Schulte-Remmert hat bei der Umstellung auf freie Abferkelung „am meisten gelitten“. Nach ca. dreißig Jahren konventionellen Wirtschaftens, hat er seinen Sauenbetrieb vor einigen Jahren auf Bio (Naturland) umgestellt. Damit einher ging auch die Abschaffung des Ferkelschutzkorbs und entsprechendes Neu-Lernen, mit welchen Managementfaktoren die Ferkelsterblichkeit durch Erdrücken reduziert werden können. 

Lernort Abferkelbereich: die Sau gibt den Weg vor

Einen großen Anteil hat dabei die Strukturierung des Abferkelbereichs. Schulte-Remmert legt hier viel Wert darauf, dass die Sauen neben dem abgedeckten Nest einen Fress- und Trinkbereich sowie einen Auslauf an der Luft haben. Die Ferkel werden in den ersten Tagen kontrolliert aus dem anliegendem und erwärmten Ferkelnest zu der Sau gelassen und nach dem Trinken wieder ins Nest verbracht. Dies erfordert einen erhöhten Arbeitsaufwand.

Die Rolle des Ferkelnests für die freie Abferkelung
Die Bedürfnisse der Sau sollten immer mitgedacht werden